Mit ‘Aussteiger’ getaggte Beiträge

Dirk Rohrbach ist, was man einen Abenteurer nennt. Mit dem Fahrrad radelte er einmal um die USA, dann entschied sich der gelernte Mediziner und Journalist dazu, sein bisheriges Leben an den Nagel zu hängen. Er löste seinen Hausstand auf, kündigte seinen Job und erfüllte sich einen Lebenstraum: mit einem selbst gebauten Kanu den Yukon zu befahren. In dem Interview berichtet der 43-Jährige von den Begegnungen mit den Ureinwohnern, einem Fast-Total-Schaden am Boot und davon, wie er sich in dem weiten Norden Amerikas ein Stück weit selbst neu kennenlernte.   (mehr …)

Dass sie anders als die anderen ist, wusste sie schon immer. Anfangs waren es nur die Selbstzweifel und die irritierenden Gedanken, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Doch mit der Zeit wurde es immer deutlicher: Obwohl Steffi (Name geändert) mit einem Penis auf die Welt kam, ist sie eine Frau. Ein langer Weg auf der Suche nach der eigenen Identität – und der Erkenntnis, dass Geschlecht mehr ist als nur ein äußerliches Merkmal.

Transsexuelle Menschen definieren Geschlechtsidentität nicht zwangsläufig nur nach äußerlichen Merkmalen

Steffi, Sie sind eine Frau – aber als Mann auf die Welt gekommen?

Nein, ich war noch nie ein Mann.

Aber Sie wurden mit einem männlichen Geschlecht geboren?

Ich hatte einen Penis und leider auch funktionierende Hoden. Transsexuelle Frauen sind Frauen, deren Körper zu viel Testosteron produziert und das bereits in der 7. Schwangerschaftswoche. Dadurch werden fälschlicherweise Hoden statt Eierstöcke gebildet, die dann noch mehr Testosteron ausschütten und den Körper „vermännlichen“ lassen. Aber für mich sind das nur unbedeutende äußerliche Merkmale, die nicht direkt auf das Geschlecht schließen. Man kann sein ganzes Ich auf seinen Penis reduzieren, aber für mich gehört viel mehr dazu. Die Deutschen scheinen zu vergessen, dass Menschen nicht nur aus Genitalien bestehen, sondern auch ein Gehirn haben. (mehr …)

Sie leben in einem Paralleluniversum und widmen ihre Existenz ganz der Religion: Ca. 550.000 ultraorthodoxe Juden kämpfen in Israel gegen Einflüsse der modernen Welt. Äußerlich fallen die Männer durch schwarze Hüte, Bärte und Schläfenlocken auf; verheiratete Frauen verhüllen sich in Kopftücher. Ein Leben wie im Mittelalter – nicht nur, was das Äußere angeht. Meny Speyer (26) hat es gewagt und sich von der streng-religiösen Gemeinschaft gelöst. In einem Kurzfilm der Herbert-Quand-Stiftung berichtet er von seinen Erfahrungen und Herausforderungen in der neuen, modernen Welt.

Globale Verantwortung und gewaltfreies Zusammenleben sind Dinge, für die sich Öff Öff einsetzt

Globale Verantwortung und gewaltfreies Zusammenleben sind Dinge, für die sich Öff Öff einsetzt

Die meisten kennen ihn nur als „Waldmensch Öff Öff“, „Gandhi von Mecklenburg“ oder einfach „der Verrückte“. Hinter diesen Pseudonymen verbirgt sich der 48-jährige Jürgen Wagner. Mit 27 Jahren hat er seinen Personalausweis an den Bundespräsidenten geschickt, seinen Austritt aus dem Staat erklärt und ist seitdem auf Mission. In dem Interview berichtet Öff Öff von seinem „Geistesblitz“ mit 13 Jahren, beschreibt sein Leben als Wanderprediger und Selbstversorger und verrät, wie man in dieser Welt ganz einfach ohne Geld und Krankenversicherung auskommt. Ein kontroverses Gespräch.

Bevor wir mit dem Interview beginnen – wie darf ich dich nennen?

Seit meinem 27. Lebensjahr heiße ich Öff Öff. Jürgen Wagner ist nur mein Zweitname.

Ok,  Öff Öff. Aber erkläre mir bitte, was es mit diesem Namen auf sich hat.

Vielfach schenken Menschen Dingen Bedeutung, die fremd bestimmt sind – wie zum Beispiel einem Namen. Der wird uns aufgestempelt, bevor wir überhaupt denken können. Ich habe mich von diesen Regeln befreit. Der Name Öff Öff verdeutlicht das, es  sind eigentlich nur zwei Laute ohne Bedeutung. (mehr …)

Neuer, lesenswerter Tipp für alle, die zumindest schon einmal in Gedanken mit einem Ausstieg geliebäugelt haben.

In dem Buch mit dem Titel „Vom Aussteigen und Ankommen: Besuche bei Menschen, die ein einfaches Leben wagen“ begibt sich F.A.Z-Redakteur Jan Grossarth auf eine Reise von Vorpommern bis Norditalien und trifft dabei u.a auf einen Waldmenschen, einen Jesuiten und ein Paar, das sich einem Tauschring angeschlossen hat und auf Geld verzichtet.

Neugierig geworden? Vielleicht findet ja der ein oder andere ein geeignetes Ausstiegskonzept für sich selbst… Mehr zum Autor und seinen Erkenntnissen aus der dreimonatigen Reise könnt ihr in einem Interview nachlesen, das der 30-Jährige mit der Gesellschaft „Freunde der Künste“ geführt hat.

Viel Spaß damit!

Zwanzig Jahre lang war Thomas Schmidt (Name geändert) Gemeindemitglied der Zeugen Jehovas. Dann stieg der heute 45-Jährige mit seiner Familie aus. Ein Gespräch über Enttäuschung, Schuldgefühle und neue Hoffnung.

Die letzten vier Jahre bei den Zeugen Jehovas waren Sie „Ältester“. In dieser Funktion mussten Sie selbst „Abtrünnige“, also Menschen, die an der Sekte Kritik üben, ausschließen. Hat dieses Amt etwas mit ihrem Ausstieg zu tun?

Definitiv. So etwas wie der Gemeinschaftsentzug waren schon Mechanismen, die mich sehr zum Nachdenken gebracht haben. Aber im Prinzip gab es nicht nur den einen Grund. Wenn man als Ältester merkt, dass vieles intern ganz anders ist als in der Außendarstellung, dann muss man irgendwann die Entscheidung treffen und sich fragen, ob man noch in den Spiegel schauen kann oder nicht.

Der Wachturm - die Zeitschrift der Zeugen Jehovas

Der Wachturm – die Zeitschrift der Zeugen Jehovas

Gab es Menschen, bei den Ihnen der Ausschluss besonders schwer fiel?

Da war mal ein junges Mädchen, das Drogenprobleme hatte und auch ganz klar gesagt hat, dass es so weitermachen will. Formal hat man da keine Chance, man muss das Mädchen ausschließen. Sonst hätte es ja noch andere beeinflussen können. Das Problem war aber, dass die junge Frau gar nicht mehr klar ansprechbar war. Ich musste also jemanden ausschließen, der selbst auf Hilfe angewiesen war. Deswegen habe ich mit der Mutter gesprochen und ihr gesagt, dass sie mit ihrer Tochter zur Drogenberatung gehen soll. Streng formal hätte sie das ja gar nicht gedurft.

Warum?

Weil die Mutter noch Mitglied bei den Zeugen ist und der Kontakt zu ehemaligen Sektenmitgliedern – also in dem Fall ihrer Tochter – strengstens verboten ist. Und das hätte sie auch so akzeptiert. Das muss man sich mal vorstellen – hätte ich ihr nicht erlaubt, ihrem Kind zu helfen, hätte sie ihre Tochter wohl fallen lassen.

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Missionieren, Bibelstunden, drei Mal die Woche Versammlung – das war für Thomas Schmidt (Name geändert) viele Jahre lang Alltag. Die Zeugen Jehovas hatten ihn im Griff. Ein Bericht aus dem Inneren der Sekte – über Zukunftsängste, Harmagedon und die Feindschaft mit der Welt.

Thomas Schmidt (Name geändert) möchte anonym bleiben und das Leben in der Sekte hinter sich lassen

Thomas Schmidt (Name geändert) möchte anonym bleiben und das Leben in der Sekte hinter sich lassen

Sie leben abgeschottet, ersehnen das Paradies nach dem Weltuntergang herbei und stehen oft ungefragt vor der Haustür. In den 80er Jahren konnten nur wenige Menschen etwas mit den Zeugen Jehovas anfangen. Auch Thomas Schmidt nicht. Er kannte die Organisation lediglich aus den Erzählungen seiner Eltern. „Da haben sie ab und zu mal geklingelt.“ Von der Lehre der Sekte und ihrer Weltanschauung wusste er nichts.

Mit Anfang 20 zog Schmidt aus einem kleinen Dorf nach Hamburg, um seine technische Ausbildung zu machen. Er war allein, hatte so gut wie keine Freunde. Zur Zeit des Kalten Krieges waren seine Gedanken geprägt von Zukunftsängsten. „Ich habe nach etwas gesucht, was mir die Welt erklärt und all meine Zweifel begräbt“, erzählt er. „Und das haben die Zeugen Jehovas anfangs getan.“

Missionierung an der Haustür

Schmidt wurde ganz klassisch an der Haustür missioniert. Anfangs besuchte er Freizeitaktivitäten, traf sich mit anderen Jugendlichen der Sekte zum Fußballspielen. (mehr …)

Im kommenden Jahr können sich Hippie Fans auf den Film „Wanderlust“ freuen. Wer bei dem Titel an Omas verstaubte Videokassette vom Wanderurlaub 1972 im Schwarzwald denkt, der liegt falsch. In dem Film mit den Hollywoodgrößen Jennifer Aniston und Paul Rudd geht es um ein stressgeplagtes Ehepaar, das das hektische New York verlässt und zufällig in einer durchgeknallten Hippie-Kommune landet. Freie Liebe, Nudisten und die ein oder andere „Zigarette“ inklusive.

Was haltet ihr vom Trailer? Sehenswerte Komödie oder der Versuch, krampfhaft lustig zu sein?

Der 21-jährige „Stefan“ (Name abgeändert) weiß, was es bedeutet, auszusteigen. Jahrelang bestimmten rechtsextreme Gedanken sein Leben – mit Kameraden traf er sich, um gegen Schwule, Ausländer und Andersdenkende zu hetzen. Doch dann erreichte auch er den „Ausstiegspunkt“. Die „Hessenschau“ zeigt die Geschichte des jungen Mannes.

Christoph Pokrandt hatte das, wovon viele Menschen träumen: Einen festen Job und ein gutes Gehalt. Das hat dem ehemaligen Ingenieur aber nicht gereicht. Er kündigte seinen Job bei Siemens, gab seine Wohnung auf und setzte sich in ein Flugzeug nach Südamerika. Lesenswerte Geschichte auf Spiegel Online! Ähnliches demnächst auf diesem Blog zu lesen.