Archiv für Juli, 2011

Was haben Thomas Gottschalk, Friedrich Merz und Jürgen Rüttgers gemeinsam? Sie alle sind Mitglied in einer Studentenverbindung. Was für viele eine zweifelhafte Organisation darstellt, ist für andere Dreh- und Angelpunkt eines Lebens in geordneten Bahnen. Auch Stephan Peters genoss anfangs das starke Gemeinschaftsgefühl der katholischen Verbindung „Palatia“, eher er seine Überzeugung in den auferlegten Wertvorstellungen nach und nach verlor.

Heute arbeitet Stephan Peters als Rhetoriktrainer

Heute arbeitet Stephan Peters als Rhetoriktrainer

Es gab nicht diesen einen Moment, der seine Einstellung von jetzt auf gleich schlagartig änderte. Kein Aha-Erlebnis. Es war eher ein schleichender Prozess, den Stephan Peters dazu bewog, einen neuen Weg einzuschlagen. Ein Weg ohne seine Kameraden, ohne die täglichen Abendveranstaltungen, die Kneipen-Feiern und das traditionelle Band um den Körper. Ein Leben nach „Palatia“, der katholischen Studentenverbindung, der er viereinhalb Jahre seine Treue schwor.

Als Peters in die Verbindung eintritt, folgt er dem Weg, den ihm seine Familie – ein autoritäres, erzkatholisches Elternhaus – ohnehin vorgibt. Großvater, Vater, Bruder – allesamt sind Mitglieder einer Studentenverbindung. „Für mich gab es eigentlich nicht die Wahl, ob ich in eine Verbindung eintrete oder nicht. Höchstens in welche.“

Aufstieg vom Fuchs zum Burschen

Das erste halbe Jahr, das Peters bei der katholischen Studentenverbindung „Palatia“ in Marburg verbringt, ist er “Fuchs“, ein „niedriges Wesen“, ein noch unvollständiges, unerfahrenes Mitglied. Mindestens drei Abende die Woche besucht er die Veranstaltungen der Verbindung, paukt die Regelwerke und die Entstehungsgeschichte. (mehr …)

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