Dirk Rohrbach ist, was man einen Abenteurer nennt. Mit dem Fahrrad radelte er einmal um die USA, dann entschied sich der gelernte Mediziner und Journalist dazu, sein bisheriges Leben an den Nagel zu hängen. Er löste seinen Hausstand auf, kündigte seinen Job und erfüllte sich einen Lebenstraum: mit einem selbst gebauten Kanu den Yukon zu befahren. In dem Interview berichtet der 43-Jährige von den Begegnungen mit den Ureinwohnern, einem Fast-Total-Schaden am Boot und davon, wie er sich in dem weiten Norden Amerikas ein Stück weit selbst neu kennenlernte.   Den Rest des Beitrags lesen »

“Kraftvoll und beängstigend nah. Ein wichtiger deutscher Film” (Oliver Hüttmann, Rolling Stone)
“Verstörend realistisch. Und deswegen so sehenswert”  (ZDF Heute Journal)
“Beängstigend gut” (Stilbruch – RBB Fernsehen)

Die Kritiken zum Film “Die Kriegerin” sind beeindruckend. Ab morgen läuft die beklemmende Geschichte einer jungen rechtsradikalen Frau bei uns in den Kinos an.

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Quelle: Günther Gumhold/ pixelio

Quelle: Günther Gumhold/ pixelio

Ein Unschuldsengel ist Peter Ruppert nicht gerade. Die Liste seiner Drogenerfahrungen reicht von Gras, Koks und LSD bis zu hin zu Crack. Alkohol und Amphetamine regierten lange Zeit den Alltag des 51-Jährigen. Erst als er bereits klinisch tot ist, Ärzte ihn aber wiederbeleben, nimmt sein Leben eine entscheidene Wendung. Der Beginn eines langen Weges raus aus der Abhängigkeit.

Zwei Flaschen Ouzo täglich. Schluck für Schluck die Birne wegknallen. So lange, bis der eigene Körper nicht mehr zu spüren ist. Bis die Sorgen und Probleme vergessen sind. 30 Jahre lang hat Peter Ruppert nach diesem Prinzip gelebt. Er begann seinen Tag mit Drogen und Alkohol und beendete ihn damit. Crack und Whiskey waren seine ständigen Wegbegleiter. Den Rest des Beitrags lesen »

Dass sie anders als die anderen ist, wusste sie schon immer. Anfangs waren es nur die Selbstzweifel und die irritierenden Gedanken, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Doch mit der Zeit wurde es immer deutlicher: Obwohl Steffi (Name geändert) mit einem Penis auf die Welt kam, ist sie eine Frau. Ein langer Weg auf der Suche nach der eigenen Identität – und der Erkenntnis, dass Geschlecht mehr ist als nur ein äußerliches Merkmal.

Transsexuelle Menschen definieren Geschlechtsidentität nicht zwangsläufig nur nach äußerlichen Merkmalen

Steffi, Sie sind eine Frau – aber als Mann auf die Welt gekommen?

Nein, ich war noch nie ein Mann.

Aber Sie wurden mit einem männlichen Geschlecht geboren?

Ich hatte einen Penis und leider auch funktionierende Hoden. Transsexuelle Frauen sind Frauen, deren Körper zu viel Testosteron produziert und das bereits in der 7. Schwangerschaftswoche. Dadurch werden fälschlicherweise Hoden statt Eierstöcke gebildet, die dann noch mehr Testosteron ausschütten und den Körper „vermännlichen“ lassen. Aber für mich sind das nur unbedeutende äußerliche Merkmale, die nicht direkt auf das Geschlecht schließen. Man kann sein ganzes Ich auf seinen Penis reduzieren, aber für mich gehört viel mehr dazu. Die Deutschen scheinen zu vergessen, dass Menschen nicht nur aus Genitalien bestehen, sondern auch ein Gehirn haben. Den Rest des Beitrags lesen »

Quelle: BirgitH / pixelio

Quelle: BirgitH / pixelio

Besinnlichkeit, Harmonie, Zufriedenheit. Das sind Dinge, die man mit der Vorweihnachtszeit assoziiert. Oder anders ausgedrückt: Dinge, die man sich in dieser Zeit herbeisehnt. Denn seien wir mal ehrlich – jedes Jahr aufs Neue versuchen wir dem Stress zu entfliehen, die Geschenkliste frühzeitig abzuarbeiten, das Weihnachtsmenü vorzubereiten und nebenbei noch ein paar besinnliche Stunden zu verbringen. Und jedes Mal geht es in die Hose. Der Alltag verschlingt uns wie ein großes, gefräßiges Monster. Für Seeligkeit und besinnliche Momente bleibt keine Zeit. Weihnachten kommt gefühlt immer zum falschen Zeitpunkt. Dabei haben wir doch genau ein Jahr Zeit, um uns darauf einzustellen.

Ich sage euch: Irgendwann muss Schluss sein! Lasst uns dem Alltag für ein paar Tage den Rücken kehren und die Pflichten und Sorgen für einen Moment vergessen. Sonst rauscht das Fest spurlos an uns vorbei – als ob Weihnachten nie gewesen wäre. Ich fange damit jetzt an. Ich steige aus – aus dem Alltag, dem Stress, und der Hektik. Drei Tage im Jahr muss das doch möglich sein. Schließlich haben die Aussteiger auf diesem Blog schon ganz anderes geschafft.

Also liebe Aussteigerfreunde – tut es mir gleich, steigt aus und gönnt euch ein paar entspannte Stunden! Denn bald sitzt euch das Alltags-Monster wieder im Nacken…

Bis dahin: FROHE WEIHNACHTEN!!!

Warum entschließt sich eine junge Frau, ins Kloster zu gehen?

Eine Frage, die sich wohl viele schon gestellt haben, wenn man an die rigiden und strengen Regeln denkt, die innerhalb des Gotteshauses gepredigt werden. Als Veronika Peters sich für ein Leben im Kloster entscheidet, ist sie 21 Jahre alt. In ihrem Buch “Was in zwei Koffer passt” erzählt sie von ihren faszinierenden Erfahrungen und Eindrücken, den Licht- und Schattenseiten des Lebens hinter den benediktinischen Klostermauern und den menschlichen Begegnungen, die ihr zuteil werden. Und sie berichtet von dem Augenblick, an dem sie es dort nicht mehr aushält. Nach zwölf Jahren Abstinenz und Abgeschiedenheit entscheidet sich Peters für den Einstieg in ein neues Leben: bürgerlich, mit Mann und Kindern und der neu gewonnenen Freiheit.

Was sie ihrer Tochter sagen würde, wenn diese Sie mit dem Wunsch konfrontieren würde, eine Nonne werden zu wollen?
“Ich würde ihr mein Buch zu lesen geben.”

Einen ersten Eindruck von der Ex-Nonne Veronika Peters und ihrer Lebensgeschichte bekommt ihr in einem Interview, das sie nach der Veröffentlichung ihres Buches gegeben hat.

Was haben Thomas Gottschalk, Friedrich Merz und Jürgen Rüttgers gemeinsam? Sie alle sind Mitglied in einer Studentenverbindung. Was für viele eine zweifelhafte Organisation darstellt, ist für andere Dreh- und Angelpunkt eines Lebens in geordneten Bahnen. Auch Stephan Peters genoss anfangs das starke Gemeinschaftsgefühl der katholischen Verbindung “Palatia”, eher er seine Überzeugung in den auferlegten Wertvorstellungen nach und nach verlor.

Heute arbeitet Stephan Peters als Rhetoriktrainer

Heute arbeitet Stephan Peters als Rhetoriktrainer

Es gab nicht diesen einen Moment, der seine Einstellung von jetzt auf gleich schlagartig änderte. Kein Aha-Erlebnis. Es war eher ein schleichender Prozess, den Stephan Peters dazu bewog, einen neuen Weg einzuschlagen. Ein Weg ohne seine Kameraden, ohne die täglichen Abendveranstaltungen, die Kneipen-Feiern und das traditionelle Band um den Körper. Ein Leben nach „Palatia“, der katholischen Studentenverbindung, der er viereinhalb Jahre seine Treue schwor.

Als Peters in die Verbindung eintritt, folgt er dem Weg, den ihm seine Familie – ein autoritäres, erzkatholisches Elternhaus – ohnehin vorgibt. Großvater, Vater, Bruder – allesamt sind Mitglieder einer Studentenverbindung. „Für mich gab es eigentlich nicht die Wahl, ob ich in eine Verbindung eintrete oder nicht. Höchstens in welche.“

Aufstieg vom Fuchs zum Burschen

Das erste halbe Jahr, das Peters bei der katholischen Studentenverbindung „Palatia“ in Marburg verbringt, ist er “Fuchs“, ein „niedriges Wesen“, ein noch unvollständiges, unerfahrenes Mitglied. Mindestens drei Abende die Woche besucht er die Veranstaltungen der Verbindung, paukt die Regelwerke und die Entstehungsgeschichte. Den Rest des Beitrags lesen »

Brigitte Obrist hatte Glück. Als sie sich für den Ausstieg aus der Prostitution entschied, hatte sie eine berufliche Perspektive. Doch gegen Vorurteile, eine Identitätskrise und Anfeindungen aufgrund ihrer Vergangenheit konnte auch Sie nichts tun.

Frau Obrist, lange Zeit haben Sie Ihren Beruf aus Angst vor Stigmatisierung verheimlicht. Dann haben Sie doch den Weg in die Öffentlichkeit gesucht. Wie kam es dazu? 

Brigitte Obrist heute

Brigitte Obrist heute

In den 90er Jahren kam das Thema Aids in den Medien auf. Die Schweizer Zeitung Beobachter wollte eine Prostituierte portraitieren und hat bei Xenia, einer Beratungsstelle für Prostituierte in Bern angefragt, bei der ich im Vorstand war. Ich war zu dem Zeitpunkt in einer Phase, in der ich mir die öffentliche Diskriminierung unseres Berufsstandes nicht länger gefallen lassen wollte. Also habe ich mich dazu bereit erklärt, das Interview mit dem Beobachter zu machen. Als sie sagten, sie würden den Namen  abändern und das Gesicht auf dem Foto nicht zeigen, wurde mir klar, dass ich nicht gegen Stigmatisierung kämpfen kann, wenn ich diese gleichzeitig unterstütze. Also habe ich gesagt, mit Namen und Gesicht – wenn schon, dann richtig. Den Rest des Beitrags lesen »

Sie hat eine Lebensgeschichte hinter sich, die Bücher füllen würde: Mobbing, eine Vergewaltigung, ein Selbstmordversuch, der Abstieg in die Prostitution. Neun Jahre lang hat die Schweizerin Brigitte Obrist ihren Körper verkauft und sich den Phantasien zahlreicher Männer hingegeben. Ihr Männerbild habe dadurch etwas von seinem „Heroischen“ verloren, sagt sie. Denn die Freier hätten vor ihr nicht nur die Hose heruntergelassen, sondern auch ihre Seele entblößt.

Zehn Freier am Tag. 80 Euro für eine Viertelstunde. Rein. Raus. Duschen. Zwei, drei Worte wechseln, dann kommt der Nächste. Das Ganze beginnt von vorne. Szenen, an die sich Brigitte Obrist nur allzu gut erinnert. Die heute 48-Jährige hat von 1984 bis 1993 in einem Schweizer Studio als Prostituierte gearbeitet. Dennoch bereut sie diese Zeit nicht, weil sie – wie sie sagt – selbstständig arbeiten konnte, finanziell unabhängig war und auf diesem Arbeitsmarkt keine männliche Konkurrenz hatte.

Brigitte Obrist als junge Frau

Brigitte Obrist als junge Frau

Geboren wurde Brigitte Obrist in einem kleinen Schweizer Dorf in der Nähe der deutschen Grenze. Eine sehr katholische, konservative Gegend. Als eines von drei Kindern wächst sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf. In der Schule wird sie deshalb gemobbt. „Die anderen Kindern haben mich gehänselt und beschimpft, weil ich angeblich nach Stall riechen würde“, berichtet sie. „Jeden Tag auf dem Weg zur Schule musste ich mir das anhören. Als junges Mädchen hat mich das sehr getroffen.“

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Sie leben in einem Paralleluniversum und widmen ihre Existenz ganz der Religion: Ca. 550.000 ultraorthodoxe Juden kämpfen in Israel gegen Einflüsse der modernen Welt. Äußerlich fallen die Männer durch schwarze Hüte, Bärte und Schläfenlocken auf; verheiratete Frauen verhüllen sich in Kopftücher. Ein Leben wie im Mittelalter – nicht nur, was das Äußere angeht. Meny Speyer (26) hat es gewagt und sich von der streng-religiösen Gemeinschaft gelöst. In einem Kurzfilm der Herbert-Quand-Stiftung berichtet er von seinen Erfahrungen und Herausforderungen in der neuen, modernen Welt.